Am 26.05.2016 um 12:00 geht die Reise mit einem gemütlichen Radln los. Im Zuge des Cityradeln's geht es in Graz vom Mariahilferplatz zum Shopping Center West wo der eigentliche Start des Glocknerman dann vollzogen wird. Schon wissend was mich erwartet bin ich nicht mehr so aufgeregt wie letztes Jahr an dieser Stelle. Das Wetter scheint auch optimal zu werden also steht dem finishen nichts mehr im Weg - außer 875km und 14000HM. Die Crew besteht diese Jahr aus meiner Frau Beatrix, dem Teamchef Andy und Wolfram - zusammen haben sie schon einige Ultracycling  Rennen absolviert und wissen wie man es zu laufen hat.

Der Beginn läuft sehr gut , aus dem Pacecar werde ich angehalten nicht schon jetzt zu überdrehen und mich an meine Leistungsvorgaben zu halten. Auch die Soboth läuft super - bin ungefähr 20 Minuten schneller als letztes Jahr. Der erste kurze Stop zum Anziehen wird dann in Villach eingelegt. Schnell rein in die Klamotten und weiter geht es über Spital Richtung Winklern . Die letzten 10km zu dieser Meldestelle fahr ich dann Seite an Seite mit Conny, wir tauschen unsere gemeinsamen Erinnerungen zu Peakbreak aus - eine gelungene Abwechslung in der Nacht. Gemeinsam erreichen wir Winklern um 01:40 nach ungefähr 12,5 Stunden Rennzeit. Kurze abgestiegen um zu unterschreiben und weitergeht es über den Iselsberg  Richtung Lesachtal. Der Sonnenaufgang ist unbeschreiblich schon und läßt die Kälte der Nacht schnell vergessen. Die Abfahrt nach Lienz läft gut und auch der Iselsberg war schon mal schlimmer. So sind wir gegen 09:15 wieder in Winklern und machen 15 Minuten Entspannungspause, nicht geschlafen aber super erholt geht es weiter mit dem Alu Renner in Richtung Heiligenblut. Das Erste Mal tue ich mir schwer und komme nicht so weiter wie ich es möchte - ich fühle mich auf meinem Bergradl nicht richtig wohl und wechsle deshalb schon bald wieder auf das Ultimate CF.

Die Auffahrt zum Hochtor ist zäh wie noch nie aber Dank meiner Crew und einer ungewöhnlich gut aussehenden Giraffe schaffen wir es auf die Edelweissspitze wo ich um 14:20 meine Unterschrift setzen kann. Schnell angezogen und schon geht es wieder Richtung Winklern wo wir gegen 16:43 die letzte Unterschrift anbringen. So weit war ich schon letztes Jahr mal und dann kommt plötzlich ein bisschen Zweifel auf -  die Stelle wo wir letztes Jahr ausgestiegen sind wird aber links liegen gelassen und ist nur mehr Vergangenheit - Fokus ist jetzt die Windische Höhe. Bevor der Anstieg mit kurzer steilen Rampe mit 26% beginnt bekomme ich dann 20 Minuten Schlaf - gleich neben einem Friedhof -  vielleicht auch der Grund warum ich selber wieder munter geworden bin :-)

Die Windische Höhe kenne ich noch vom ersten Peakbreak und meine Erinnerung hat mich nicht getäuscht -  ist ganz schön giftig aber mit meinem Superteam im Pacecar wird diese Hürde auch kurz vor Mitternacht überwunden. Auf dem Weg zum Schaidersattel geht es durch Kärnten und es ist empfindlich kalt was mich zu regelmäßigen Pinkelpausen nach exakt je 10km, was mich dann doch ein wenig böse macht. Zusätzlich kommt die Müdigkeit zurück und mein Crewchef holt mich nochmal für 20 Minuten vom Rad. Dann geht es im Sonnenaufgang Richtung Schaidersattel und bei max. 5Grad dann weiter Richtung Lavamünd. Ich mach mir keine großen Gedanken wie ich jetzt die 10km und 1000HM schaffen soll und mach es einfach - ständig begleiten von meiner Crew. Auf der Soboth wird kurz hochgerechnet -  es könnte sich noch unter 48 Stunden bis in Ziel ausgehen aber es wird eng. Leichte Schmerzen in der linken Achillessehne und Gegenwind sind jetzt nicht hilfreich und so beschliesse ich die letzten Kilometer über den Kranachberg und Wildon zurück zum Ceter West einfach zu geniesen. Gesagt und getan - die letzten Kilometer bin ich dann alleine und lasse die letzten 48 Stunden revue passieren - ein schöner emotionaler Moment bei dem  die Dankbarkeit für die Unterstützung und das Erreichte die eine oder andere Träne loslöst. 

Mission accomplished !!!

 

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